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PrimaKlima-Selbstverpflichtung
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Sicherheit Kohlenstoffbindung
Selbstverständlich ist die biotische Kohlenstoffbindung endlich, d.h. sie ist solange wirksam, bis die entsprechende Biomasse wieder zersetzt und der Kohlenstoff (C) wieder freigesetzt worden ist. Waldbrände, Stürme und Schädlinge können Waldflächen zerstören. Mit derlei Risiken sind die Wälder der Welt mehr oder weniger seit Jahrmillionen belastet, ohne dass dadurch die Balance im Kohlenstoffkreislauf bedeutsam destabilisiert worden wäre. Waldzerstörungen dieser Art sind lokale Ereignisse, die zum einen vom globalen Gesamtsystem Wald und zum anderen von nachwachsenden Bäumen bzw. Wäldern aufgefangen werden.
Die Gefährdung der Kohlenstoffbindung hinsichtlich einzelner Aufforstungsflächen ist denkbar. Sie kann aber dadurch minimiert werden, dass die dortige Kohlenstoff-bindungsleistung durch weitere C-Bindungskapazitäten auf zusätzlich geschaffenen und an anderen Orten gelegenen Waldflächen abgesichert wird.
In diesem Sinne sorgt PrimaKlima für eine höchst mögliche Sicherheit seiner biotischen CO2-Kompensationsmaßnahmen:
Dennoch kann PrimaKlima die Dauerhaftigkeit der zur CO2-Kompensation angelegten Wälder natürlich nicht formal garantieren. Die einzig belastbare Garantie, dass eine gewisse Menge CO2 niemals die Atmosphäre belastet, liegt darin, dass die Emission vermieden wird.
Eine Alternative zur biotischen Kompensation bietet die technische Emissionsvermeidung, die allerdings erheblich teurer ist als der biotische Pfad. Grob gerechnet ist der technische Weg zu CO2-neutralem Agieren bei einer Kompensationszeit von 10 Jahren mehr als doppelt so teuer wie der Weg über PrimaKlima. Die technische Kompensation zielt aber nur auf die einfache, die bei PrimaKlima, wie gesagt, auf die fünffache Wirkung. Das bedeutet: pro Tonne CO2, die der Luft erspart oder die wieder aus ihr herausgefiltert wird, ist der Weg zur CO2-Neutralität über einen technischen Kompensierer mehr als 10mal so teuer wie der über PrimaKlima. Anders ausgedrückt: Wenn PrimaKlima 100.000 Euro erhält, werden in 50 Jahren rd. 50.000 t CO2 auf verschiedenen Standorten eingebunden sein; wenn ein technischer Kompensierer 100.000 € bekommt, können damit insgesamt etwa 5.000 t CO2-Emission vermieden werden.
PrimaKlima operiert auf theoretisch nicht ganz sicherem Terrain, auf dem aber durch die oben genannten Konditionen "fünffache Zielerfüllung", "Verteilung auf unterschiedliche Standorte", "CO2-Bindungsüberschuß von z.Zt. gut 30 Prozentpunkten" doch höchste Sicherheit erreicht wird. Die technische Kompensation mag auf absolut sicherem Gebiet agieren, aber es bleibt der eklatante Unterschied von mehr oder weniger 50.000 t CO2-Kompensation (auf verschiedene Flächen verteilt) zu 5.000 t.
Bei dieser Betrachtung von Kosten und Wirkung ist noch nicht erfasst, dass Aufforstungen anders als technische Projekte noch zahlreiche andere qualitativ bedeutsame Vorteile für die Erde, für die Natur in einzelnen Regionen und die dort lebenden Menschen mit sich bringen. Bei einigen der aktuellen PrimaKlima-Projekte spielt dieser Aspekt eine ganz herausragende Rolle.
Häufiger wird von Kritikern der Waldoption das Argument angeführt, die Wirkung von biotischen Kohlenstoffsenken, hier: Wäldern sei von großen wissenschaftlichen Unsicherheiten begleitet. Diese Unsicherheit kann sich aber nur auf bestehende, nahezu ausgewachsene Wälder beziehen. Die positive Senkenfunktion von Aufforstungen kann schwerlich bestritten werden (allenfalls ihre Dimension): sichtbar wachsende Bäume können ihre Biomasse nicht ohne Photosynthese (CO2-Absorption, Kohlenstoffbindung) bilden.
Ein anderes Argument von Aufforstungs"gegnern" warnt davor, dass bei weiterer globaler Erwärmung die Wälder in der Summe mehr CO2 abgeben würden, als sie aufnehmen könnten, so dass die Wälder allesamt zu Quellen von CO2-Emissionen werden könnten. PrimaKlima hält dagegen, dass selbstverständlich auch auf einer wärmer werdenden Erde weiterhin Bäume wachsen werden; sie tun es ja jetzt auch in unterschiedlichen Klima-zonen. Fraglich ist die Anpassungsfähigkeit der vorhandenen Wälder, die allerdings - da der größte Teil bewirtschaftete Flächen sind - durch forstliche Maßnahmen optimiert werden kann.
Besondere Anpassungsschwierigkeiten werden für Teile der borealen Wälder, also die in der nördlichsten Vegetationszone der Erde insbesondere in Teilen von Alaska, in nördlichen Bereichen von Kanada und Skandinavien und im nördlichen Russland stehenden Bäume und zum anderen für den Amazonas-Regenwalde befürchtet. Das sind zweifellos zwei riesige Wald-Regionen, sprich: biotische Kohlenstoffspeicher, deren Umkippen zu Kohlenstoffsenken die Klimaproblematik massiv verstärken würden. Aber diese tipping points können doch kein Argument gegen die Schaffung neuer Wälder in dafür geeigneten Regionen der Erde sein, im Gegenteil! Je mehr bestehende Wälder in Schwierigkeiten kommen werden, desto mehr statt weniger muss - in geeigneter Weise an geeigneten Standorten - aufgeforstet werden.
PrimaKlima achtet bei der Projektplanung darauf, dass Bäume gepflanzt werden, von denen zu erwarten ist, dass sie mit sich verändernden klimatischen Bedingungen zurechtkommen werden.