
Glossar
2-Grad-Ziel
Zitat aus den 21 Thesen des Umweltbundesamtes von Oktober 2005 zur Klimaschutzpolitik des 21. Jahrhunderts, "Die Zukunft in unseren Händen", These 3:
"Nach neuestem Kenntnisstand reagiert das Klima deutlich stärker auf einen Konzentrationsanstieg der Treibhausgase als ursprünglich vermutet. Um dramatische Schäden zu vermeiden, muss der Temperaturanstieg dauerhaft auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden. Oberhalb dieses Bereiches erwartet die Fachwelt großräumige Störungen der Biosphäre und des Wasserhaushalts, und abrupte Klimaänderungen werden wahrscheinlicher.
Um das '2-Grad-Ziel' einzuhalten, ist es notwendig, die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre bei 400 parts per million (ppm) CO2-Äquivalente zu stabilisieren. Dies bedeutet: Der Anstieg der globalen Emissionen muss in den nächsten 10 bis 20 Jahren gestoppt werden. Anschließend müssen die Emissionen bis 2050 auf unter die Hälfte des heutigen Niveaus und auf ein Viertel des 'Business as usual-Trends' (das sind knapp 20 % Emissionsanstieg pro Dekade) sinken. Die Gerechtigkeit gegenüber den sich entwickelnden Ländern gebietet, dass die Emissionen der Industriestaaten bis 2050 überproportional um 80 % gegenüber dem Ausgangsniveau von 1990 zurückgehen müssten."
Activities Implemented Jointly (AIJ)
Pilotphase für Joint Implementation und CDM-Projekte, deren positive Kohlenstoffwirkung aber noch nicht auf die Reduktionsvorgaben der Industrieländer angerechnet wird. Ursprünglich war ein Ende der AIJ-Aktivitäten mit dem Jahr 2000 geplant.
Additionalität
Gemäß den Vorgaben im Kyoto-Protokoll können Kohlenstoffeinheiten oder Emissionsverminderungseinheiten für ein Projekt nur dann zugestanden werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Minderung zusätzlich zu der sonst zu erwartenden Entwicklung erzielt worden ist.
Agenda 21
Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung, das auf der zweiten Umweltkonferenz "Umwelt und Entwicklung" in Rio verabschiedet wurde. Umfangreiches Dokument mit einem Entwicklungs- und Umwelt-Aktionsprogramm.
Annex I -Staaten
Alle sog. Industriestaaten, d.h. mit Ausnahme von Südkorea und Mexiko alle OECD-Staaten (Stand 1992), sowie die osteuropäischen Länder, die sich noch in der Übergangsphase zu einer freien Marktwirtschaft befinden, die sog. Transformationsländer: Polen, Tschechische Republik, Ungarn und Slowakische Republik (zugleich OECD-Länder),Russische Föderation, Ukraine, Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Rumänien,Slowenien und Weißrussland.
Annex II - Staaten
Alle sog. Industriestaaten, d.h. alle OECD-Länder (Stand 1992) mit Ausnahme von Südkorea, Mexiko, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und der Slowakischen Republik. Die Annex-II-Länder verpflichten sich laut Kyoto-Protokoll, ihre Treibhausgasemissionen bis 2008/20012 um insgesamt 5,2 % zu reduzieren. Des Weiteren wollen sie den Transfer neuer energieeffizienter Technologien bzw. Techniken für die Nutzung erneuerbare Energien in Entwicklungsländer fördern.
Annex B - Staaten
Alle OECD-Länder - ausgenommen die Türkei, Südkorea und Mexiko - sowie die Transformationsländer (s. unter Annex-I-Länder), ausgenommen Weißrußland
Boreale Zone (nördlich)
Nördliche Klimagebiete zwischen der Arktis und dem 50. Breitengrad, charakterisiert durch lange, kalte Winter und kurze Sommer. Die Vegetation wird durch Taiga und Nadelwälder geprägt.
Brundtland-Bericht
Abschlußbericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung mit dem Titel "Unsere gemeinsame Zukunft" von 1987, in dem unter anderem der Begriff der nachhaltigen Entwicklung definiert wird.
Clean Development Mechanism (CDM - Artikel 12)
Im Kyoto-Protokoll in Artikel 12 geregelt: Industrieländer (Annex B - Staaten), die im Kyoto-Protokoll konkrete Minderungszusagen eingegangen sind, können in Entwicklungsländern ohne Minderungspflichten projektbezogene Investitionen durchführen. Der erzielte Beitrag zum Klimaschutz durch Emissionsreduktionsprojekte, die der nachhaltigen Entwicklung dienen, wird den finanzierenden Ländern auf ihrem "Emissionskonto" gutgeschrieben.
CO2-Absorption (Carbon Sequestration)
Durch die Photosynthese wird das CO2 von den Bäumen absorbiert und umgewandelt in Kohlenstoff (C), der Teil der Biomasse wird, und Sauerstoff (O2), der in die Luft abgegeben wird.
CO2-Emissionen
Kohlendioxid-Emissionen
CO2-Neutralität
Durch die direkte oder indirekte Vermeidung von CO2-Emissionen und/oder durch die biotische Entsorgung von nicht vermiedenen CO2-Emissionen kann jeder für sich erreichen, dass in der Summe der Maßnahmen trotz erst teilweise reduzierter Emissionen er/sie faktisch nicht mehr zur Erhöhung der atmosphärischen Treibhausgas-Konzentration beiträgt und damit deshalb CO2- bzw. klimaneutral lebt.
Der Begriff indirekte Vermeidung von CO2-Emissionen, auch technische Kompensation genannt, meint, dass vor Ort unvermeidbare Emissionen durch die finanzielle Unterstützung einer entsprechend umfangreichen Vermeidung von CO2-Emissionen an einem anderen Ort stellvertretend vermieden werden. Gängiges Beispiel: die Kompensation von durch das Fliegen verursachter Klimabelastung durch die Unterstützung eines Projektes zu regenerativer Energiegewinnung im Inland oder - meist kostengünstiger - im Ausland.
Bei der biotischen Entsorgung wird die Klimabelastung durch nicht vermiedene CO2-Emissionen z.B. durch ein entsprechend bemessenes neues Waldstück neutralisiert, dass innerhalb einer bestimmten Zeitspanne so viel CO2 der Luft entziehen kann, wie emittiert wurde/wird.
COP (Conference of the Parties - Vertragsstaatenkonferenz)
Oberstes Gremium der Klimarahmenkonvention. Die COP trat erstmals 1995 zusammen und tagt einmal jährlich. Aufgabe der COP ist es, die Umsetzung der Klimakonvention zu fördern und zu überprüfen. Bisher haben 6 Konferenzen stattgefunden: 1995 in Berlin, 1996 in Genf, 1997 in Kyoto, 1998 in Buenos Aires und 1999 in Bonn. In Den Haag (Niederlande) fand vom 13.-24. November 2000 COP6 statt. Ende 2001 soll COP7 in Marrakesch stattfinden.
Den Haag - COP6
Für die COP6 vom 13. - 24. November 2000 hatten es sich die teilnehmenden Staaten zum Ziel gesetzt, einzelne Punkte im Kyoto-Protokoll (1997) zu konkretisieren und dieses schließlich zu ratifizieren. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt. Eine Fortsetzungsveranstaltung (COP6 - 2. Teil) wird vom 16. - 27. Juli 2001 in Bonn stattfinden.
Emission Trading (Emissionshandel - Artikel 17)
Nach dem Kyoto-Protokoll vorgesehene Möglichkeit des internationalen Handels mit nationalen Emissionsrechten. Es soll hierdurch Kapital in Länder und Projekte mit den günstigsten Möglichkeiten zur Emissionsminderung gelenkt werden.
Erfüllungsgemeinschaft (Joint Fulfillment of Commitments oder "bubble" - Artikel 4)
Im Kyoto-Protokoll (Artikel 4) vorgesehene Möglichkeit des Zusammenschlusses einzelner Industrieländer, die Minderungspflichten eingegangen sind. Diese Gemeinschaft muss dabei das Reduktionsziel im Durchschnitt erreichen, einzelne Länder können aber durchaus unterschiedliche Beiträge leisten. Die Europäische Union (EU) tritt beispielsweise als Erfüllungsgemeinschaft auf. EU-intern sind Ziele für die einzelnen EU-Mitglieder festgelegt worden.
Flexible Instrumente (oder Flexible Mechanismen)
Hierunter sind die Kyoto-Mechanismen sowie das sogenannte Joint Fulfillment, (Artikel 4 - die Erfüllungsgemeinschaft) zu verstehen.
Fossile Energieträger
Endliche Ressourcen zur Energiegewinnung wie Kohle, Öl und Erdgas. Beim Verbrennen fossiler Energieträger entstehen aufgrund des Kohlenstoffgehalts u.a. Kohlendioxid-Emissionen.
FSC - Forest Stewardship Council
Dieser Rat hat international geltende Kriterien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern beschlossen, die Voraussetzung für die Zertifizierung sind. Bei einer positiven Beurteilung wird ein FSC-Label ausgegeben. U.a. müssen die Eigentums- und Nutzungsrechte indigener Bevölkerungsgruppen respektiert werden, es müssen ökonomische Existenzfähigkeit der Bevölkerung sowie ökologische und soziale Vorteile der Projekte gesichert werden. Der Kriterienkatalog von PrimaKlima zur Projektumsetzung basiert auf den FSC-Kriterien.
Heiße Luft
Emissionsminderungen, die nicht durch aktive Klimaschutzmaßnahmen erzielt werden. Dieser Begriff wird insbesondere im Hinblick auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch in Osteuropa gebraucht. Es entsteht ein Potential zum Handel mit Emissionsrechten, dem keine entsprechenden Emissionsminderungen durch aktive Klimaschutzmaßnahmen gegenüberstehen.
Holz CO2-neutral verbrennen?
Selbstverständlich entsteht bei der Verbrennung von Holz auch CO2. Wenn das Holz aus nachhaltiger Holzwirtschaft stammt, also immer so viel nachgepflanzt wie abgeholzt wird, sind – langfristig betrachtet – der Eintrag von CO2 in die Luft und sein Entzug aus der Luft im Gleichgewicht. Insofern kann die Heizung mit Holz als CO2-neutral betrachtet werden. Erst recht ist CO2-Neutralität gegeben, wenn vorhandenes Tot- oder Restholz verfeuert wird, das ansonsten vermodern oder sonst wie abgebaut werden würde. Die CO2-Neutralität für extra zur Verfeuerung geschlagenes Holz ist sogar kurzfristig sichergestellt, wenn eine Aufforstung veranlasst wird, deren Größe die Absorption der jährlichen Emissionsmenge aus Holzfeuerung innerhalb eines Jahres sicherstellt.
IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change)
1988 von UNEP und WMO ins Leben gerufen. Zwischenstaatlicher wissenschaftlicher Ausschuss, der in seinen Sachstandsberichten über den internationalen Stand der Klimaforschung berichtet und Empfehlungen gibt. Bisher wurden drei Berichte (sog. assessment reports) veröffentlicht: In den Jahren 1990 und 1995 sowie Anfang des Jahres 2001. Zusätzlich werden Sonderberichte zu einzelnen Themen erstellt, wie z.B. zu LULUCF (Land-Use, Land-Use Change and Forestry) im Jahr 2000.
Joint Implementation (JI - Artikel 6)
Im Kyoto-Protokoll in Artikel 6 geregelt: Industrieländer, die im Kyoto-Protokoll konkrete Minderungszusagen eingegangen sind (Annex-B-Staaten), können in anderen Industrieländern mit Minderungspflichten projektbezogen Investitionen durchführen. Der erzielte Beitrag zum Klimaschutz wird ganz oder zum Teil den finanzierenden Ländern gutgeschrieben.
Klimarahmenkonvention
Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen mit dem Ziel, die Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, bei dem eine gefährliche, vom Menschen verursachte Störung des Klimasystems verhindert wird. Sie wurde auf der Umweltkonferenz "Umwelt und Entwicklung" 1992 unterzeichnet und trat 1994 in Kraft.
Klimawandel
Der natürliche Treibhauseffekt wird durch die seit der industriellen Revolution stark ansteigenden Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen verstärkt. Die große Mehrheit der Wissenschaftler (siehe insbesondere den 3. Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) von Anfang 2001) ist inzwischen davon überzeugt, dass unser Klima sich wegen der schon zu hohen Konzentration von Treibhausgasen (THG) in der Atmosphäre bereits verändert hat und sich wegen der anhaltenden THG-Freisetzung noch mehr verändern wird.
Folgende Auswirkungen sind bereits beobachtet worden oder werden mit teils großer, teils weniger großer Wahrscheinlichkeit, aber doch als möglich, erwartet:
eine langsame, aber stetige Temperaturzunahme in den bodennahen Luftschichten und als Folge der Erwärmung die Zunahme von extremen Wetterlagen mit Überschwemmungen, Dürren, schweren Stürmen; Erwärmung der Meere, Übersäuerung der Meere, Anstieg der Meeresspiegel; Überflutung vieler Flussdeltas, Eisschmelze, Auftauen der Permafrostböden, verstärkte Ausdehnung von Wüsten, Süßwasserverknappung; Zunahme gesundheitlicher Risiken, Veränderung vieler Ökosysteme, beschleunigtes Artensterben u. a. m. bis hin zu abrupten, kurzzeitig unumkehrbaren ökologischen Folgen wie dem Abbruch des nordeuropäischen Teils des Golfstroms.
Kohlendioxid-Emissionen
Kohlendioxid (CO2) ist ein Treibhausgas und neben Sauerstoff und Stickstoff ein wichtiger Bestandteil der Atmosphäre. Es bildet die Grundlage für die Photosynthese der Pflanzen. Der Mensch verursacht u.a. durch die Verbrennung fossiler Energieträger Kohlendioxid-Emissionen, die zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre führen. Hierdurch hat bereits eine Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes eingesetzt.
Kohlenstofffluss
Der Fluss von Kohlenstoff zwischen den Vorräten (Wälder, Böden, Ozeane etc.) und der Atmosphäre.
Kohlenstoffvorrat
Speicher von Kohlenstoff in den Ozeanen, den Bäumen, der Bodenvegetation, dem Boden und Holzprodukten. Für bewaldete Flächen wird der Vorrat üblicherweise in Tonnen Kohlenstoff pro Hektar ausgedrückt.
Kyoto-Mechanismen
Oberbegriff für neue Klimaschutzinstrumente, die im Kyoto-Protokoll beschrieben werden. Es handelt sich hierbei um Emission Trading (Artikel 17), Joint Implementation (JI - Artikel 6) und Clean Development Mechanism (CDM - Artikel 12). Diese Mechanismen sollen die Bemühungen der Emissionsminderung im eigenen Land ergänzen durch Investitionen und Projekte in anderen Ländern (siehe auch "Flexible Mechanismen").
Kyoto-Protokoll
Bei der 3.Vertragsstaatenkonferenz (COP 3) in Kyoto (Japan) 1997 vereinbartes Klimaschutzprotokoll. Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase durch die Industriestaaten soll bis zum Zeitraum 2008 bis 2012 um mindestens 5 % auf der Basis von 1990 verringert werden. Zur Erfüllung dieses Ziels haben die einzelnen Industrieländer in unterschiedlicher Weise beizutragen. Die Entwicklungsländer haben sich bisher noch nicht zu Reduktionen verpflichten müssen.
Gleichzeitig wurden flexible Instrumente zur Erweiterung des Klimaschutzinstrumentariums eingeführt. Diese sind Joint Implementation, Clean Development Mechanisms, Emissionshandel (emission trading) sowie die Erfüllungsgemeinschaft (Joint Fulfillment).
Das Kyoto-Protokoll wurde im Februar 2005 völkerrechtsverbindlich - ohne die Beteiligung der USA und Australiens.
Nachhaltige Entwicklung
Wird im Brundtland-Bericht folgendermaßen definiert: "Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können." Handlungsstrategien sollen also die konkurrierenden Ziele von Ökologie, Ökonomie und sozialen Erfordernissen gleichermaßen berücksichtigen.
Öko-Strom
Der Bezug von Elektrizität über einen Ökostrom-Anbieter ist ein umweltpolitisch sehr wichtiger Akt und ein nötiges Signal, das den Bedarf an umweltfreundlichen Kraftwerken ausdrückt. Durch den Kauf solchen Stroms wird die Wirtschaftskraft des jeweiligen Stromlieferanten und seine finanzielle Basis zur Vergrößerung des Ökostrom-Angebotes gestärkt. Deshalb sollte es für jeden, der sich um den Klimaschutz kümmert, selbstverständlich sein, Öko-Strom zu beziehen.
Für Öko-Strom gibt es in Deutschland z.Zt. über das "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien" (EEG) eine allgemeine Abnahme- und Förderungsgarantie. Ob und in welchem Umfang der Bezug von Öko-Strom darüber hinaus eine weitere, durch die Abnahme direkt verursachte CO2-Einsparung bringt, hängt von den jeweils individuellen Umständen ab, unter denen dieser Strom bzw. der Strommix produziert wird.
PEFC (Paneuropean Forest Certification)
Kriterien für eine Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung auf europäischer Ebene. Als Grundlage dienten die Grundsätze, die auf den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa 1993 in Helsinki und 1998 in Lissabon entwickelt wurden.
Photosynthese
Biochemischer Vorgang in allen grünen Pflanzen. Die Pflanzenblätter nehmen Kohlendioxid (CO2) aus der Luft auf. Mit Hilfe von Sonnenenergie wird der Kohlenstoff (C) in Zuckerverbindungen umgewandelt, der Sauerstoff (O2) freigesetzt. Ein Teil dieses Kohlenstoffs wird in der Biomasse für längere Zeit fixiert.
Aus 3,67 kg CO2 wird 1 kg Kohlenstoff in Biomasse. 2,67 kg Sauerstoff werden freigesetzt.
ppm (parts per million)
Einheit, die die Konzentration von Stoffen in der Luft beschreibt. Ein ppm entspricht einem Millionstel des Volumens.
Quelle
Nettofluss (z.B. von Kohlendioxid) aus dem System in die Atmosphäre. Beispielsweise entweicht bei der Verbrennung fossiler Energieträger (u.a.) das Treibhausgas CO2. Wälder können eine Kohlenstoffquelle darstellen, wenn sie durch Feuer bzw. Kalamitäten zerstört werden.
Rio-Konferenz
Siehe Klimarahmenkonvention und Umweltkonferenz
SBSTA (Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice)
Organ des UNFCCC für wissenschaftliche und technische Beratung; während der eigens einberufenen Konferenzen wird über Fortschritt und Entwicklung in Klimafragen diskutiert und die nächste COP inhaltlich vorbereitet.
Senken
Nettofluss z.B. von Kohlenstoff von der Atmosphäre in das System. Treibhausgase werden nicht emittiert, sondern gebunden. Im Falle des CO2 geschieht dies z.B. in Wäldern, Böden, in den Ozeanen oder im Untergrund (z.B. in ehemaligen Gasgruben). Maßnahmen zum Ausbau von Senken, wie beispielsweise die Wiederaufforstung, können somit zum Klimaschutz beitragen.
Spezifischer Energieverbrauch
Energieverbrauch pro Einheit. Ein sinkender spezifischer Energieverbrauch ist Ausdruck einer höheren Energieeffizienz.
Treibhauseffekt
Die Eigenschaft der Atmosphäre, einen Teil der von der Sonne abgestrahlten Wärme zurückzuhalten. Der natürliche, nicht vom Menschen verursachte Treibhauseffekt macht die Erde durch einen Anstieg der Temperatur an der Erdoberfläche überhaupt erst bewohnbar. Dieser Effekt wird nach Meinung vieler Wissenschaftler (siehe insbesondere den 3. Bericht des IPCC von Anfang 2001) durch den Menschen verstärkt, insbesondere durch das Verbrennen fossiler Energieträger oder durch die Vernichtung von Senken (z.B. Rodung von Regenwäldern), da hierdurch das Treibhausgas CO2 in großen Mengen in die Atmosphäre gelangt.
Treibhausgas-Emissionen
Der Ausstoß von Gasen, die zum Treibhauseffekt beitragen. Als Hauptverursacher des Treibhauseffekts gelten Kohlendioxid-Emissionen. Aber auch andere Treibhausgase, wie beispielsweise Methan (CH4, Distickstoffoxid (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorchlorkohlenwasserstoffe (PFCs) sowie Sulfathexafluorid (SF6), werden im Kyoto-Protokoll als klimaschädlich eingestuft. Reduktionsverpflichtungen sind aus diesem Grunde für diese Gase im Kyoto-Protokoll festgeschrieben worden. Die verschiedenen Treibhausgase unterscheiden sich in ihrer Klimaschädlichkeit aufgrund der unterschiedlichen Haltbarkeit, die sich durch die durchschnittliche Verweildauer der Moleküle ergibt.
Umweltkonferenz "Umwelt und Entwicklung"
Zweite Umweltkonferenz der Vereinten Nationen, die 1992 in Rio de Janeiro stattfand. Verabschiedung der Agenda 21 und der Klimarahmenkonvention.
UNFCCC
United Nations Framework Convention on Climate Change, Organ der Vereinten Nationen, das für die Koordination in Klimafragen zuständig ist. Sitz des Sekretariats ist Bonn.
Vertragsstaatenkonferenz
s. COP
Weltkommission für Umwelt und Entwicklung
Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen 1993 eingesetzt, um ein weltweites Programm des Wandels mit langfristigen Umweltstrategien vorzulegen.
Zertifizierung
Wälder werden bei Erfüllung bestimmter Nachhaltigkeitskriterien zertifiziert. Dies bedeutet, dass ein Siegel nur vergeben wird, wenn die Aufforstung bzw. die Bewirtschaftung nach bestimmten Vorgaben erfolgt (z.B. sind bestimmte ökonomische, ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen). Internationale Vorgaben hat der FSC erarbeitet. Des weiteren existiert auf europäischer Ebene die PEFC-Zertifizierung